„Wer es sagt, der fühlt sich besser“

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Jasmin Schmidt (Name geändert) ist 19 Jahre alt und spielt Fußball. Sie hat großes Talent und nicht wenige in ihrem Umfeld prophezeien ihr eine große Karriere. Sie möchte nicht, dass ihr richtiger Name erwähnt wird, denn Jasmin Schmidt ist lesbisch. Ihre Sorge: Bekennt sie sich offen zu ihrer Homosexualität, könnte ihre Karriere leiden. Im Interview mit Christian Esser spricht die Abiturientin über ihr Coming Out und erklärt, warum es Fußballern so schwer fällt, sich zu outen – warum es aber auch befreiend sein kann, zu seiner Homosexualität zu stehen.

Goldeber: In Deinem Verein ist Deine Homosexualität bekannt. Hat man Dich deshalb schon mal gemobbt?

Jasmin Schmidt: Nein. Es gibt vielleicht mal ein paar Sprüche, aber das kratzt mich gar nicht.

Warum Carpe Diem mich fertig macht!

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Als der Film „Club der toten Dichter“ anlief, war ich in etwa so alt wie Julia Engelmann. Das ist die blonde, junge Frau, über die derzeit im Internet geschwärmt und inzwischen auch kritisch diskutiert wird. Die, die mit entzückend gespielter Jungmädchenmiene auf einem Poetry Slam eine große, alte Weisheit ins Moderne übertragen hat. Carpe Diem 2014. Im Kern sagt sie das, was auch der römische Dichter Horaz einst sagte und das sich wie ein roter Faden durch den Hollywoodfilm mit Robin Williams (Nein nicht Robbie!) zog: Nutze den Tag!

Und heute wie damals, als wir uns den Film auf Video anschauten, kann ich diesem roten Faden nur wenig abgewinnen. Er setzt mich schlicht unter Druck! Nutze den Tag – das heißt doch: Verschwende ihn nicht. Doch genau das tut man doch, mit Anfang 20. Oder man sollte es tun. Wenn ich aber nicht verschwenderisch sein darf, muss der Tag nützlich sein. Ich hätte also nicht ausschlafen und die erste Vorlesung schwänzen sollen? Oder aber: Ich hätte Schwänzen sollen, Freunde treffen, jede Menge Wein trinken und nicht zur Vorlesung gehen sollen, weil die Freunde wichtiger sind als die Uni?

Fernsehen ohne Fremdschämen

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Foto: ARD/NDR/Frank P. Wartenberg/neuu

Foto: ARD/NDR/Frank P. Wartenberg/neuu

The Voice of Germany geht in die dritte Runde, Dalli Dalli ist wiederauferstanden und Claudia Schiffer startete statt mit einer neuen Model- mit einer neuen Mode-Casting-Show. Drei Formate, die der Herbst mit sich gebracht hat und über die man trefflich lästern, die man hervorragend zerreißen oder belächeln könnte. Sind sie doch alle drei schnöde Oberflächenware ohne jeden Tiefgang; sie bieten nichts wirklich Neues oder Innovatives. Doch betrachtet man sie als das, was sie sind, dann sind sie wirklich gut: Amüsantes Unterhaltungsfernsehen für die ganze Familie. Von Katrin Jäger

Beginnen wir mit dem ältesten Format: Dalli Dalli heißt jetzt nicht mehr Dalli Dalli sondern Das ist spitze. Doch wie bei der Verwandlung von Raider zu Twix hat sich an der Geschmacksnote des TV-Klassikers auch nichts geändert. Gefällig, nicht bitter und seltsamerweise immer noch frisch, kommt die Spielidee daher.

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

Yorkshire ist rau, geschichtsträchtig, Kulisse für Literaturklassiker und längst nicht so beliebt wie Südengland. Doch…

Medien und Moral

Halloween mit Trump

Die deutsche Journalistin Susanne Heger lebt jedes Jahr für mehrere Monate in Süd-West-Florida. Sie wollte…

Orte und Originale

Ruanda: Viel mehr als nur Völkermord

Ruanda – noch immer wird dieses kleine afrikanische Land hauptsächlich mit dem Völkermord identifiziert. Jacques…

Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…