„Aleppo schön, Aleppo bumm“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Fast ein halbes Jahr lebte die syrisch-kurdische Familie aus der Nähe von Aleppo in einer Kölner Massenunterkunft, unterbrochen von zwei Wochen bei uns im Haus. Als sie endlich eine Wohnung in Köln-Chorweiler fand, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Wir haben sie besucht und erlebten eine Gastfreundschaft, die uns angesichts der Ereignisse von Clausnitz schon fast peinlich war. Von Markus Harmann

Dominosteine liegen auf dem Glastisch im Wohnzimmer, Butterkekse und Spekulatius. Dazu gibt es syrischen Tee mit reichlich Zucker. Als wir nach zwei Stunden gehen wollen, serviert uns die 26-jährige Gülbahar Knafeh, eine ofenfrische arabische Süßspeise aus Butter, Mozzarella, Vanille und süßem Streuselteig mit Sirup. Wir bleiben noch eine weitere Stunde.

Porsches Traumwerk: Wenn Spielzeug nicht immer zum Spielen da ist…

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Hans-Peter Porsche, Enkel von Ferdinand Porsche, sammelte Spielzeug aus allen Epochen und aller Herren Länder. Jetzt stellt er es in seinem „Traumwerk“ in Oberbayern aus. Doch für die meisten Spielzeug-Exponate gilt: Bitte nicht berühren! Rundgang durch ein kurioses Museum für Erwachsene – und Kinder. Text und Fotos: Katrin Jäger

Allein der Name überzeugte die ganze Familie. Ein Museum von Porsche. Porsche! Okay, ganz genau genommen ein Museum von Hans-Peter Porsche, also dem Enkel des Porsche-Firmengründers. Dazu noch eines, in dem sich alles um Spielzeug dreht. Die Kombination klang verlockend. Die Söhne – sieben und neun Jahre alt – jubelten, der Vater hatte es vorgeschlagen und selbst die Mutter nickte zufrieden, als das „Traumwerk“ einstimmig in das Ferienprogramm aufgenommen wurde.

„Man weiß ja nie, was noch kommt. Und deshalb muss ich schick sein“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Die Zahl der (über) Hundertjährigen steigt rasant. Über 15.000 leben heute in Deutschland, vor 30 Jahren waren es noch 300. Eine von ihnen ist Maria Tippkämper*. Als sie am 14. Januar 1908 in Essen zur Welt kam, lief in den USA das erste Ford-T-Modell vom Band, in Südwest-Afrika schlugen die kaiserlichen deutschen Truppen den Herero-Aufstand nieder und der Erste Weltkrieg war noch mehr als sechs Jahre entfernt. Ein Porträt einer Hochbetagten. Von Markus Harmann (Text) und Nathalie Dampmann (Fotos)

Maria Tippkämper ahnte, dass sie sehr alt werden würde. Im Juli 1989, vier Monate vor der Wende, floh ihre Tochter Marion aus der DDR. Frau Tippkämper und ihr Mann Gerhard blieben in Ostberlin zurück. Zu ihrer Tochter sagte die damals 81-Jährige: „Geh ruhig, wir kommen nach. Irgendwann.“ An den Mauerfall im Herbst 1989 glaubte sie damals zwar nicht. Aber sie war überzeugt, dass schon irgendwie alles gut gehen würde. Wie ja fast immer alles gut gegangen ist in ihrem langen Leben, das im Januar 1908 in Essen-Frintrop begann und hinter der Berliner Mauer zu enden drohte. Heute lebt die Tochter eines Lokführers und einer Hausfrau im Bergischen Land bei Köln, in einem Seniorenheim, in das sie erst mit 100 Jah-ren zog. Ihre Tochter Marion ist zwar nach wie vor durch Mauern getrennt, aber es sind nur einige Hausmauern. Marion wohnt zwei, drei Querstraßen weiter. Es wurde also alles gut.

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Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…