Innenansichten: Kolumbien

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Wie lebt es sich wirklich in Simbabwe, Kolumbien, Tunesien oder Mexiko? Für die Reihe „Innenansichten. Besser als der Ruf?“ interviewt Goldeber Menschen, die vorübergehend oder dauerhaft in einem Land leben, deren (medialer) Ruf nicht immer der beste ist. Folge 1: Josephine Landertinger Forero. Die österreichisch-kolumbianische Filmemacherin lebt nach einem Studium in Berlin in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. 

Goldeber: Kolumbien. Bei diesem Stichwort denken viele immer noch zuerst an Drogen, Gewalt und Korruption. Geht es um reine Klischees?

Josephine Landertinger Ferero: Drogen, Gewalt und Korruption – das alles gibt es in Kolumbien, aber eben auch in Deutschland. Kolumbien ist eine der ältesten Demokratien und die viertgrößte Wirtschaftsmacht Lateinamerikas. Viele europäische Firmen haben in den letzten fünf Jahren einen Sitz in Bogotá geöffnet, sie suchen hier wegen der Eurokrise neue Möglichkeiten. Und mit Cartagena hat Kolumbien vielleicht eine der schönsten Städte der Welt, sie ist seit langem eine obligatorische Station für Kreuzfahrten der Karibik.

„Hierüber zu sprechen, wird niemals Routine“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Am 27. Januar 1945 erreichen russische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Die 7500 geretteten Insassen wirken mehr tot als lebendig. In den Magazinen finden die Rotarmisten 837.000 Damenmäntel und Kleider sowie 7,7 Tonnen menschliches Haar. Dass in Auschwitz zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden, wird erst Jahre später bekannt. Einer, der Auschwitz überlebte und kurz vor der Befreiung auf den Todesmarsch gen Westen geschickt wurde, ist Adam König*. In einem Gespräch, das Markus Harmann 2005 – 60 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers – mit ihm führte, erinnert er sich.

Ein einziges Mal nur brechen die Emotionen aus Adam König heraus. Dann werden seine großen, wachen Augen für einen Moment lang feucht: “Ich weiß bis heute nicht genau, wie ich diese Hölle überleben konnte”, sagt der 82-Jährige und starrt an die Decke seiner kleinen Wohnung in Berlin-Friedrichshain. Mehr als fünf Jahre hielten die Nazis den 1922 in Frankfurt geborenen Juden in Konzentrationslagern gefangen, zweieinhalb Jahre davon in Auschwitz.

In den Katakomben von Tempelhof

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Unterhalb des einstigen Berliner Zentralflughafens Tempelhof verläuft ein Labyrinth aus Tunneln und Bunkern, endlosen Gängen und Rohrleitungen. Schauriger Höhepunkt einer geführten Tour ist ein Besuch in dem 1945 ausgebrannten Film- und Archivbunker, der Historikern bis heute Rätsel aufgibt. Text: Ron Rüthers, Fotos: Thilo Folesky

Eine unscheinbare Eisentür, rost-rot und erst wenige Jahre alt, führt in die Hölle von Tempelhof. Klaus Eisermann hat sie schon dutzende Male aufgeschlossen, und immer wieder befällt ihn ein „leichtes Gruseln“, wie er sagt. Hölle – so nennen er und seine Mitarbeiter des ehemaligen Berliner Zentralflughafens Tempelhof den Bunker, dessen Bedeutung bis heute niemand genau kennt.

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