In den Katakomben von Tempelhof

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Unterhalb des einstigen Berliner Zentralflughafens Tempelhof verläuft ein Labyrinth aus Tunneln und Bunkern, endlosen Gängen und Rohrleitungen. Schauriger Höhepunkt einer geführten Tour ist ein Besuch in dem 1945 ausgebrannten Film- und Archivbunker, der Historikern bis heute Rätsel aufgibt. Text: Ron Rüthers, Fotos: Thilo Folesky

Eine unscheinbare Eisentür, rost-rot und erst wenige Jahre alt, führt in die Hölle von Tempelhof. Klaus Eisermann hat sie schon dutzende Male aufgeschlossen, und immer wieder befällt ihn ein „leichtes Gruseln“, wie er sagt. Hölle – so nennen er und seine Mitarbeiter des ehemaligen Berliner Zentralflughafens Tempelhof den Bunker, dessen Bedeutung bis heute niemand genau kennt.

Und plötzlich war das schöne Leben vorbei

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Einst privilegiert, heute gescheitert: Als Hauptmann der Stasi diente Ulrich Miethke 20 Jahre an der deutsch-deutschen Grenze. Mit der Wende vor fast 24 Jahren war plötzlich alles vorbei. Goldeber begleitete ihn an seinen alten Einsatzort in Drewitz bei Berlin.

Von Markus Harmann (Text) und Thilo Folesky (Fotos)

Ulrich Miethkes altes Leben steckt in einer blauen Plastiktüte von Tchibo. Mit seiner linken Hand umklammert der 57-Jährige den Griff der Tüte. Die Uniform darin ist die Montur eines Hauptmanns der Staatssicherheit, zuständig für die Passkontrolle am Grenzübergang Drewitz.

In der Werkstatt des Todes

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Der Aufschrei war groß, als Gunther von Hagens vor acht Jahren in der brandenburgischen Kleinstadt Guben sein Plastinarium eröffnete und Exponate für die KÖRPERWELTEN-Ausstellung anfertigte. Inzwischen hat der an Parkinson Erkrankte die Leitung der Leichenwerkstatt abgegeben, seine Präparate sind jedoch nach wie vor sehr gefragt. Ein Besuch bei „Dr. Tod“. Von Holger Stiegler (Text und Fotos)

In Guben ist der Tod zu Hause. Zumindest in dem roten Backstein-Gebäudeensemble direkt an der Neiße, wo Deutschland und Polen aufeinandertreffen. Der Tod hat der gebeutelten Industriestadt mit knapp 20.000 Einwohnern zu 71 Arbeitsplätzen und zum Ruf einer Wissenschaftsstadt verholfen: Seit 2006 ist hier das Plastinarium Gunther von Hagens‘ beheimatet, jener Ort also, an dem die Präparate für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen hergestellt werden. „Das ist sicherlich das bekannteste Feld unserer Arbeit, aber in erster Linie entstehen hier Lehrpräparate und anatomische Großplastinate für medizinische und biologische Lehr- und Wissenschaftseinrichtungen auf der ganzen Welt“, erklärt Geschäftsführer Rurik von Hagens, der 34-jährige Sohn Gunther von Hagens. Dieser hat sich vor einigen Jahren aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung aus der Leitung und größtenteils auch aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

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