„Und dann kam ich nach Deutschland und an den Bäumen fehlten die Blätter“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Caleb Odindo (Foto: Harmann)

Caleb Odindo (Foto: Harmann)

Caleb Odindo wuchs in kenianischen Slums auf und brachte sich das Lesen selbst bei. Vor 25 Jahren kam er nach Deutschland und schlug sich als Verkäufer, Hilfskoch und Hausmeister durch. Heute ist er ein erfolgreicher Finanzbuchhalter – und organisiert nebenbei Nothilfe für seine ehemaligen Landsleute in Ostafrika.

Als Caleb Odindo an einem nasskalten Novembertag 1989 in Frechen (NRW) aus dem Auto stieg, konnte er nicht fassen, was er da sah: menschenleere Straßen, Häuser, die wie ausgestorben schienen, und Bäume, die ihre Blätter verloren hatten.

Einmal kurz aussteigen, bitte!

Geschrieben von Katrin Jäger am in Orte und Originale

Das Kanaren-Eiland La Gomera zieht Hippies, Ökofreaks, Wanderer und gestresste Mütter an – viele von ihnen sind auf Sinnsuche, einige finden sich dort selbst. Von Katrin Jäger (Text und Fotos)

Es waren einmal zwei Frauen. Fast vierzig, insgesamt fünf Kinder, je einen Ehemann, dauermüde, dauerüberfordert von Dreck auf den Fliesen, übervollen Wäschekörben,   anspruchsvollen Teilzeitjobs. Und auch wenn die Männer gutaussehend, die Ehe glücklich, die Kinder unvergleichlich klug und süß waren – einmal wollten die Frauen weg von allem! Karin und Katrin – so hießen die beiden – träumten fünf lange Jahre von einer Woche Aussteigen. Während sie Windeln wechselten, schreiende Kinder beruhigten, die Fliesen wischten und den Anfang der Diät auf nächsten Montag verschoben, planten sie ihre Auszeit. Endlich wieder durchatmen, innehalten, die eigene Seele wiederfinden und danach baumeln lassen. Das wär’s. Und so machten sie sich auf nach La Gomera. Denn dort steigen irgendwie alle ein bisschen aus.

In Luxor schwelgen

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Noch vor drei Jahren wäre es ein Privileg gewesen, allein eine Grabkammer im Tal der Könige zu besichtigen. Heute ist es beinahe die Regel. Touristen, die noch zu Zeiten der Mubarak-Diktatur in Scharen kamen, meiden Ägypten wegen der politischen Unruhen. Dabei könnten sie die Schönheit des Landes gerade jetzt, in Zeiten aufkeimender Demokratie, genießen. Unterwegs mit Ahmed in der Pharaonen-Stadt Luxor. Dazu ein Pro & Contra zum Krisen-Tourismus.

Fehlt nur noch, dass Ahmed uns das Geld für die Tour zurückgibt – gegen das Versprechen, dass wir auch wiederkommen. Zwölf Stunden hat er uns an diesem Tag durch das alte Ägypten geführt, immer um den besten Eindruck bemüht. Im Tal der Könige hat er aufdringliche Händler verscheucht. In Luxor wies er die Kutschfahrer barsch an, sich mit ihren Trinkgeld-Forderungen zurückzuhalten. Und in Karnak, jener bis zu 3500 Jahre alten und gut erhaltenen Tempelanlage, zeigte er auf ein 120 Meter langes Wasserbassin aus Granit und erklärte feierlich: „Liebe Gäste, hier sehen Sie das älteste Schwimmbad der Welt.“

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Zum letzten Mal

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