Ich bin dann mal ganz kurz weg…

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Es gibt so Dinge, von denen viele sagen, das würden sie auch gerne mal machen. Doch im Moment ginge es nicht. Aus zeitlichen Gründen. Später dann vielleicht aus gesundheitlichen. Eine Weltreise ist sowas, Fallschirmspringen vielleicht und Pilgern auf dem Jakobsweg. Text und Fotos: Katrin Jäger

Nachdem Hape Kerkeling vor ein paar Jahren „Ich bin dann mal weg“ geschrieben und wahnsinnig oft verkauft hat, wollten dann noch mehr irgendwann auch zu Fuß den lieben Gott suchen. Und sich vielleicht selbst dabei finden. Dass sie dafür nicht wochenlang durch Spanien wandern müssen, wissen viele gar nicht. Denn in nahezu jeder Nachbarschaft gibt es ein Stückchen Jakobsweg. Ich habe ihn entdeckt, weil ich für die Grevener Zeitung über einen Pilgerunterstand an einer Kirche berichten sollte, der einfach nicht fertig wurde. Am Ende schnürte ich die Wanderstiefel und ging los. Es war eigentlich nur ein Spaziergang. Eigentlich…

Letzter Ablug Tempelhof – eine Erinnerung

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Vor fünf Jahren startete das letzte Flugzeug vom Berliner Flughafen Tempelhof. Eng verbunden mit dem legendären Airport ist die Geschichte eines Flugzeugs: der Douglas DC 3, besser bekannt als Rosinenbomber. Kurz vor der Schließung von Tempelhof, Ende Oktober 2008, rollten wir mit einem jener Flugzeuge noch einmal über die Startbahn im Herzen Berlins, drehten eine Runde über der Hauptstadt und landeten wieder erstaunlich weich auf dem ältesten Airport Deutschlands. Rückblick auf einen Nostalgie-Flug. Text: Markus Harmann, Fotos: Dirk Lässig

Es riecht nach Maschinenöl und altem Leder. Im Bauch der Douglas DC 3, Baujahr 1944, begeben sich die 25 Passagiere auf ihre Plätze. Gurte klicken, Fotoapparate piepen. Eine Frau flüstert: „Mir ist ganz schön mulmig.“ Ihr Begleiter versucht sie zu beruhigen: „Diese Maschine ist seit dem Krieg in der Luft und noch nie abgestürzt.“ Pilot Steffen Wardin wartet noch einen Moment im Heck. Dann geht der 47-Jährige langsam durch die Reihen ins Cockpit des Rosinenbombers, zwängt sich in den rechten der beiden Sitze. Er trägt beigen Schlips auf beigem Hemd, braune Lederjacke und Ray-Ban-Sonnenbrille.

Flucht vor dem Verderben

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Sie hausten in Gartenlauben, Kellerlöchern oder mischten sich unauffällig unter die Fahrgäste der S-Bahn. In Berlin tauchten in den letzten Jahren der Hitler-Diktatur zwischen 5000 und 7000 Juden unter, um so dem Abtransport in die Vernichtungslager zu entkommen. Ihnen, den so genannten U-Booten, ist eine kleine, äußerst sehenswerte Wanderausstellung gewidmet. „Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter“ kann kostenlos über das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (Berlin) ausgeliehen werden. Text: Markus Harmann, Fotos: Blindenwerkstatt

Endlich, der Morgen dämmerte. Der jüdische Rechtsanwalt Hans Münzer spürte, dass er für die nächsten gut 15 Stunden ein wenig sicherer sein würde. Er ging hinauf zum S-Bahnhof und mischte sich unter die Berliner auf dem Weg zur Arbeit. Die meisten schläfrig noch und desinteressiert an den Menschen um sie herum. Die Bahn fuhr vor, die Türen gingen auf, Menschen drängten hinein. Das Gewimmel in den Zügen war ein ideales Versteck – und Münzers Überlebenschance im Berlin des Jahres 1942. (…)

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

Yorkshire ist rau, geschichtsträchtig, Kulisse für Literaturklassiker und längst nicht so beliebt wie Südengland. Doch…

Medien und Moral

Halloween mit Trump

Die deutsche Journalistin Susanne Heger lebt jedes Jahr für mehrere Monate in Süd-West-Florida. Sie wollte…

Orte und Originale

Ruanda: Viel mehr als nur Völkermord

Ruanda – noch immer wird dieses kleine afrikanische Land hauptsächlich mit dem Völkermord identifiziert. Jacques…

Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…