Flucht vor dem Verderben

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Sie hausten in Gartenlauben, Kellerlöchern oder mischten sich unauffällig unter die Fahrgäste der S-Bahn. In Berlin tauchten in den letzten Jahren der Hitler-Diktatur zwischen 5000 und 7000 Juden unter, um so dem Abtransport in die Vernichtungslager zu entkommen. Ihnen, den so genannten U-Booten, ist eine kleine, äußerst sehenswerte Wanderausstellung gewidmet. „Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter“ kann kostenlos über das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (Berlin) ausgeliehen werden. Text: Markus Harmann, Fotos: Blindenwerkstatt

Endlich, der Morgen dämmerte. Der jüdische Rechtsanwalt Hans Münzer spürte, dass er für die nächsten gut 15 Stunden ein wenig sicherer sein würde. Er ging hinauf zum S-Bahnhof und mischte sich unter die Berliner auf dem Weg zur Arbeit. Die meisten schläfrig noch und desinteressiert an den Menschen um sie herum. Die Bahn fuhr vor, die Türen gingen auf, Menschen drängten hinein. Das Gewimmel in den Zügen war ein ideales Versteck – und Münzers Überlebenschance im Berlin des Jahres 1942. (…)

Die Wüste lebt!

Geschrieben von Goldeber am in Abenteuer und Athleten

Die Namib ist die älteste und trockenste Wüste der Welt. Und doch gibt es überall Spuren menschlichen und tierischen Lebens. Entdecken kann man sie am besten mit dem Quad. Fanie du Preez ist einer der wenigen, die eine Lizenz für diese Wüstentouren im Westen Namibias haben. Mit ihm geht es zu ausgetrockneten Flussläufen, Tausende Jahre alten Skeletten und einem Urvolk, das noch immer inmitten der Wüste ausharrt.

Kurz vor dem Start wird der sonst so lustige Fanie plötzlich ernst: „Fahrt immer in meiner Spur! Hier gibt es viele Sandlöcher. Und wenn Ihr in einem landet, findet Euch keiner wieder.“ Spricht’s, drückt den Gashebel seines Quadbikes und braust hinein in die Wüste. Sekunden später ist unser Tour-Führer zu einem winzigen schwarzen Punkt in einer endlosen Sandfläche geschmolzen. Es ist seine Welt. Nur er darf hier mit Touristen fahren. Wir haben Mühe, Fanie zu folgen durch die Namib, die älteste und trockenste Wüste der Welt. Und die einzige, die einem ganzen Staat ihren Namen gab: Namibia (…).

Fernsehen ohne Fremdschämen

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Foto: ARD/NDR/Frank P. Wartenberg/neuu

Foto: ARD/NDR/Frank P. Wartenberg/neuu

The Voice of Germany geht in die dritte Runde, Dalli Dalli ist wiederauferstanden und Claudia Schiffer startete statt mit einer neuen Model- mit einer neuen Mode-Casting-Show. Drei Formate, die der Herbst mit sich gebracht hat und über die man trefflich lästern, die man hervorragend zerreißen oder belächeln könnte. Sind sie doch alle drei schnöde Oberflächenware ohne jeden Tiefgang; sie bieten nichts wirklich Neues oder Innovatives. Doch betrachtet man sie als das, was sie sind, dann sind sie wirklich gut: Amüsantes Unterhaltungsfernsehen für die ganze Familie. Von Katrin Jäger

Beginnen wir mit dem ältesten Format: Dalli Dalli heißt jetzt nicht mehr Dalli Dalli sondern Das ist spitze. Doch wie bei der Verwandlung von Raider zu Twix hat sich an der Geschmacksnote des TV-Klassikers auch nichts geändert. Gefällig, nicht bitter und seltsamerweise immer noch frisch, kommt die Spielidee daher.

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

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Medien und Moral

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Orte und Originale

„Aleppo schön, Aleppo bumm“

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Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…