Auch ohne Drachen lohnt der Felsen

Geschrieben von Goldeber am in Visionen und Vergangenheit

Was will man von einem Ort erwarten, der fast alle Superlative auf sich vereint? Der deutscheste aller Berge sei er; der meist bestiegene Europas außerdem; der mit der besten Aussicht sowieso. Vielleicht sollte man gerade jetzt sagen: Nein, danke! Denn auf einem so beschriebenen Gipfel kann es ja eigentlich nur ganz unromantisch-hektisch zugehen. Doch ein Besuch auf dem Drachenfels lohnt sich – gerade jetzt!

Die Bezeichnung meist bestiegener Berg Europas trügt aus zweierlei Gründen: Erstens wird der Drachenfels bei Königswinter am Rhein von einem Großteil seiner Besucher nicht bestiegen oder erwandert, sondern mit der Zahnradbahn erklommen. Zweitens ist die Bezeichnung Berg, nun ja, zumindest ein wenig beschönigend: Der Drachenfels ist gerade einmal 321 Meter hoch. Eine auffällige Erhebung also, wenn auch in großartiger Lage am Rhein. Und richtig ist: Zwar ist auf keinem anderen Hügel-Berg Europas an sonnigen Tagen statistisch so viel Betrieb wie auf dem Drachenfels im Siebengebirge. Doch man merkt es nicht.

Rheingold anno 2012

Geschrieben von Goldeber am in Visionen und Vergangenheit

Hamburg-Köln-Express. Foto: HKX

Hamburg-Köln-Express. Foto: HKX

Es besser machen als die Deutsche Bahn? Der HKX (Hamburg-Köln-Express) zeigt, wie es geht. Seit genau einem Jahr fährt er täglich von Hamburg über Münster nach Köln und zurück. Und das offenbar mit Erfolg. Goldeber war an Bord und hat es sich in alten 1.-Klasse-Waggons der DB bequem gemacht. Ein Reisebericht.

Sonntag gegen 19 Uhr am Hauptbahnhof Münster, Gleis 8. Der Hamburg-Köln-Express (HKX) lässt auf sich warten und die Dame in der Kluft der Deutschen Bahn (DB) weiß angeblich von nichts. „Der HKX? War der nicht schon längst hier?“, fragt sie – und es wird nicht klar, ob sie es nicht besser weiß oder nur so tut, als sei sie ahnungslos. Ihr Interesse für den HKX jedenfalls hält sich in Grenzen: „Der ist nicht von uns“, sagt sie und hebt süffisant lächelnd die Schultern.

In Luxor schwelgen

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Noch vor drei Jahren wäre es ein Privileg gewesen, allein eine Grabkammer im Tal der Könige zu besichtigen. Heute ist es beinahe die Regel. Touristen, die noch zu Zeiten der Mubarak-Diktatur in Scharen kamen, meiden Ägypten wegen der politischen Unruhen. Dabei könnten sie die Schönheit des Landes gerade jetzt, in Zeiten aufkeimender Demokratie, genießen. Unterwegs mit Ahmed in der Pharaonen-Stadt Luxor. Dazu ein Pro & Contra zum Krisen-Tourismus.

Fehlt nur noch, dass Ahmed uns das Geld für die Tour zurückgibt – gegen das Versprechen, dass wir auch wiederkommen. Zwölf Stunden hat er uns an diesem Tag durch das alte Ägypten geführt, immer um den besten Eindruck bemüht. Im Tal der Könige hat er aufdringliche Händler verscheucht. In Luxor wies er die Kutschfahrer barsch an, sich mit ihren Trinkgeld-Forderungen zurückzuhalten. Und in Karnak, jener bis zu 3500 Jahre alten und gut erhaltenen Tempelanlage, zeigte er auf ein 120 Meter langes Wasserbassin aus Granit und erklärte feierlich: „Liebe Gäste, hier sehen Sie das älteste Schwimmbad der Welt.“

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