„Hierüber zu sprechen, wird niemals Routine“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Am 27. Januar 1945 erreichen russische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Die 7500 geretteten Insassen wirken mehr tot als lebendig. In den Magazinen finden die Rotarmisten 837.000 Damenmäntel und Kleider sowie 7,7 Tonnen menschliches Haar. Dass in Auschwitz zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden, wird erst Jahre später bekannt. Einer, der Auschwitz überlebte und kurz vor der Befreiung auf den Todesmarsch gen Westen geschickt wurde, ist Adam König*. In einem Gespräch, das Markus Harmann 2005 – 60 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers – mit ihm führte, erinnert er sich.

Ein einziges Mal nur brechen die Emotionen aus Adam König heraus. Dann werden seine großen, wachen Augen für einen Moment lang feucht: “Ich weiß bis heute nicht genau, wie ich diese Hölle überleben konnte”, sagt der 82-Jährige und starrt an die Decke seiner kleinen Wohnung in Berlin-Friedrichshain. Mehr als fünf Jahre hielten die Nazis den 1922 in Frankfurt geborenen Juden in Konzentrationslagern gefangen, zweieinhalb Jahre davon in Auschwitz.

Zum letzten Mal

Geschrieben von Goldeber am in Visionen und Vergangenheit

Bild: Fotolia

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Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der Palliativstation des St.-Josef-Krankenhauses in Bockum-Hövel. Eine Reportage von Corinna Heratsch über die letzten Stunden.

Aus dem Nebenraum ist das leichte Rauschen des Badewassers zu hören. Sarah (Name geändert) sitzt in ihrem Rollstuhl und wartet. Sie wirkt erschöpft. Als Christina hereinkommt und sie entkleidet, nimmt sie noch einmal all ihre Kraft zusammen. Mit Hilfe ihrer Pflegerin gleitet Sarah in die Badewanne. Zum letzten Mal.

Sarah ist 38 Jahre alt und seit einer Woche Patientin auf der Palliativstation des St.-Josef-Krankenhauses in Hamm-Bockum-Hövel. Die Ärzte haben ihr gesagt, dass sie nun austherapiert sei. Die letzte Chemo, in die Sarah all ihre Hoffnung gesteckt hatte, schlug nicht an. Es wird keine Wende zum Besseren geben. Es wird jetzt schnell gehen. Das weiß sie.

Das Phänomen Helene Fischer

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Die Bewunderung für Helene Fischer ist bei den Deutschen atem-, pardon: grenzenlos. Selbst ausgewiesene Schlagerhasser zollen dem blonden Erfolgssternchen Respekt. Warum nur? Eine Antwort von Katrin Jäger.

Udo Jürgens stirbt und sie macht Quote, weil sein letzter TV-Auftritt der in ihrer Sendung war. Wir werden Fußballweltmeister und sie singt im kurzen Trikot am Brandenburger Tor, weil die Mannschaft ihre Musik mag. DJs müssen sie auf Partys spielen, selbst wenn sonst kein Schlager durch ihre Boxen klingen dürfte. Helene Fischer, am 5. August 1984 als Jelena Petrowna Fischer im sowjetischen Krasnojarsk geboren, ist überall, läuft überall und gefällt – beinahe – überall.

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

Yorkshire ist rau, geschichtsträchtig, Kulisse für Literaturklassiker und längst nicht so beliebt wie Südengland. Doch…

Medien und Moral

Wenn Bücher sprechen

In der „Lebenden Bibliothek“ der Caritas erzählen Menschen ihre Geschichten – und die können so…

Orte und Originale

Ruanda: Viel mehr als nur Völkermord

Ruanda – noch immer wird dieses kleine afrikanische Land hauptsächlich mit dem Völkermord identifiziert. Jacques…

Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…