Schöne Katze

Geschrieben von Goldeber am in Kleiner Keiler

Warum Trash-TV auch schön sein kann.

Daniela Katzenberger sieht gut aus. Das ist eine gewagte These. Denn eigentlich sind sich die Menschen, die die dauernd vor sich hin plappernde Blondine aus diversen Sendungen ihres Senders Vox zwar kennen, aber nicht lieben, einig, dass sie künstlich wie eine Barbie sei und die Ausstrahlung einer Schaufensterpuppe habe. Die Katze ist bestenfalls Kult, ihre Schönheit einfach nur aus Plaste. Und so will sie es auch. In pinkigen Klamotten trägt sie ihre gestrafften und gepolsterten Brüste vor sich her, greift sich immer wieder in die platinblassen Haare und die Schminke, die sie in ihrem Gesicht platziert, könnte locker in den dreistellige Grammbereich gehen.
Doch jetzt das. Am Dienstagabend sah man sie in ihrer Sendung „Natürlich blond“ zusammen mit Mutti auf einem Kreuzfahrtschiff. Die Dialoge waren wie erwartet hohl, die angeblich spontanen Aktionen durchschaubar unspontan. Aber: Kurz vorm Zubettgehen in der Kabine sah man die Katzenberger mit schwarzer Klugmacher-Brille, Haaren, die zwar von einem Haarband grob nach hinten gehalten, aber ganz und gar nicht vom Glätteisen malträtiert schienen und einem Gesicht, das ein Gesicht war. Nicht püppchenhaft, nicht niedlich. Richtig hübsch. Mit klaren Gesichtszügen und tollem Blick.
Wer also jetzt noch behauptet, die Katze sei nur berühmt, weil sie sich immer so schön fürs Fernsehen zurecht macht, der irrt. Sie ist berühmt, obwohl sie ihre Schönheit hinter einer dicken Schichte Plastik und Künstlichkeit versteckt. Das nennte man dann wohl TV-Paradoxum. kaj

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