Beiträge mit Tag ‘Flüchtlinge’

„Aleppo schön, Aleppo bumm“

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Fast ein halbes Jahr lebte die syrisch-kurdische Familie aus der Nähe von Aleppo in einer Kölner Massenunterkunft, unterbrochen von zwei Wochen bei uns im Haus. Als sie endlich eine Wohnung in Köln-Chorweiler fand, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Wir haben sie besucht und erlebten eine Gastfreundschaft, die uns angesichts der Ereignisse von Clausnitz schon fast peinlich war. Von Markus Harmann

Dominosteine liegen auf dem Glastisch im Wohnzimmer, Butterkekse und Spekulatius. Dazu gibt es syrischen Tee mit reichlich Zucker. Als wir nach zwei Stunden gehen wollen, serviert uns die 26-jährige Gülbahar Knafeh, eine ofenfrische arabische Süßspeise aus Butter, Mozzarella, Vanille und süßem Streuselteig mit Sirup. Wir bleiben noch eine weitere Stunde.

Pegida und Co.: Ich will sie nicht mehr sehen!

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Von Katrin Jäger

PegidaWenn ich morgens in der Zeitung die ersten Nazis sehe, wird mir schlecht. Wenn ich abends im Fernsehen ihre schrecklichen Sprüche höre, bekomme ich Angst. Ich will diese Typen nicht sehen, ich will sie nicht hören, ich will sie nicht in meinem Leben haben!

Deshalb schalte ich um
und schaue mir „Bauer sucht Frau“ oder eine preisgekrönte Serie an. Deshalb blättere ich in der Zeitung zur Service-Seite und lese beim Frisör lieber Bunte als Spiegel. Ja, ich schaue weg. Aber nicht, weil es mir egal ist. Ich schaue weg, weil ich sonst überschäumen würde vor Wut und versinken würde in Trauer über so viel menschenverachtendes Gerede und – schlimmer noch – Getue. Ich blättere die Zeitung weiter, weil ich diese Hetzer nicht an meinem Frühstückstisch haben will. Ich schalte um, weil ich nicht von ihren Drohungen träumen will.

Ausweg in das Leben

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Im Kölner Therapiezentrum für Folteropfer spiegeln sich die Kriege und Krisen dieser Welt: Mehr als 900 häufig schwer traumatisierte Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien oder dem Kongo werden hier betreut und therapiert. Einer von ihnen ist Sami Ghubar, vor vier Jahren kam der heute 22-Jährige mit Hilfe von Schleusern aus Kabul nach Deutschland. Von Markus Harmann

Vor 40 Jahren trugen Frauen in Afghanistan noch Röcke, in Kabul saßen die Menschen in Straßencafés. Die Hauptstadt galt als Paris des Ostens. Sami Ghubar* hat diese Zeit nicht erlebt. Wenn der 22-Jährige über sein Geburtsland Afghanistan spricht, dann redet er über Bombardements, zerstörte Häuser und Leichen. Und er spricht über die Flucht seiner Familie. 2009 war das. Taliban hatten den jungen Mann zuvor entführt, um seinen Vater zu erpressen. Der leitete eine kleine Autowerkstatt, in der er Polizeifahrzeuge reparierte. Die Taliban verlangten, dass er Sprengsätze in den Autos versteckt. Doch der Mechaniker weigerte sich. Sami konnte zwar nach einigen Wochen befreit werden, aber die Familie musste das Land mit Hilfe von Schleusern verlassen.

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

Yorkshire ist rau, geschichtsträchtig, Kulisse für Literaturklassiker und längst nicht so beliebt wie Südengland. Doch…

Medien und Moral

Wenn Bücher sprechen

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Orte und Originale

Ruanda: Viel mehr als nur Völkermord

Ruanda – noch immer wird dieses kleine afrikanische Land hauptsächlich mit dem Völkermord identifiziert. Jacques…

Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…