Beiträge mit Tag ‘Internet’

Ein Jahr NSA-Enthüllungen

Geschrieben von Goldeber am in Kleiner Keiler

Warum das Internet zwar schön, aber eben nicht demokratisch ist.

Ja, natürlich ist es furchtbar zu wissen, dass Emails mitgelesen werden. Dass die NSA mich überwacht und Großkonzern Google meine Interessen und Hobbys kennt. Aber soll ich deshalb verzweifeln? Hätte ich es nicht eigentlich längst wissen müssen?

Ein Betriebsunfall ist der Abhörskandal nicht. Das Internet ist kein basisdemokratisches Instrument, das sich an das Grundgesetz hält. So war es auch nie gedacht, dazu wurde es hochgejubelt. Es wird von gewinnorientierten Mega-Konzernen dominiert. Wer hat es (mit)erfunden? Genau, die US-Militärs. Zur Überwachung Anderer. Wir haben uns das Netz bloß zu Nutze gemacht, weil es so schön, so einfach, so kommunikativ ist. 

Das Internet ist keine Online-Kommunikations-Alternative, keine Verlagerung der analogen zwischenmenschlichen Kommunikation ins Virtuelle. Das ist Quatsch. Das Internet wurde nicht dazu geschaffen, frei, unzensiert und ohne Überwachung zu sein.

Das Internet wird sich nicht anpassen. Aber wir, wir müssen uns ändern und uns bewusst machen, was das Internet eben auch macht und kann. Deshalb sollten wir es nicht verteufeln und nicht in Panik verfallen. Nur vielleicht ein bisschen vorsichtiger sein mit dem, was wir virtuell so von uns geben.

Warum Carpe Diem mich fertig macht!

Geschrieben von Goldeber am in Medien und Moral

Als der Film „Club der toten Dichter“ anlief, war ich in etwa so alt wie Julia Engelmann. Das ist die blonde, junge Frau, über die derzeit im Internet geschwärmt und inzwischen auch kritisch diskutiert wird. Die, die mit entzückend gespielter Jungmädchenmiene auf einem Poetry Slam eine große, alte Weisheit ins Moderne übertragen hat. Carpe Diem 2014. Im Kern sagt sie das, was auch der römische Dichter Horaz einst sagte und das sich wie ein roter Faden durch den Hollywoodfilm mit Robin Williams (Nein nicht Robbie!) zog: Nutze den Tag!

Und heute wie damals, als wir uns den Film auf Video anschauten, kann ich diesem roten Faden nur wenig abgewinnen. Er setzt mich schlicht unter Druck! Nutze den Tag – das heißt doch: Verschwende ihn nicht. Doch genau das tut man doch, mit Anfang 20. Oder man sollte es tun. Wenn ich aber nicht verschwenderisch sein darf, muss der Tag nützlich sein. Ich hätte also nicht ausschlafen und die erste Vorlesung schwänzen sollen? Oder aber: Ich hätte Schwänzen sollen, Freunde treffen, jede Menge Wein trinken und nicht zur Vorlesung gehen sollen, weil die Freunde wichtiger sind als die Uni?

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