Beiträge mit Tag ‘Zweiter Weltkrieg’

Geschichte zum Freischaufeln

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Dänemark-Urlauber teilen sich ihren Strand häufig mit deutschen Bunker-Ruinen. An der dänischen Nord- und Ostseeküste stehen noch 6000 Wehrmachtsbunker. Die Betonkolosse waren Teil des Atlantikwalls, einer fast 3000 Kilometer langen Befestigungsanlage von Nord-Norwegen bis Südfrankreich. 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs können die meisten Bunker problemlos erkundet werden, gelegentlich dürfen Besucher sogar beim Freischaufeln helfen. Lokale Initiativen und Museen wollen so die Erinnerung lebendig halten. Von Markus Harmann

Der Eingang zu den beiden kleinen Luftschutzbunkern oberhalb von Frederikshavn im Norden Dänemarks ist verschüttet. Zwei Schaufeln lehnen an einem Schild mit der Aufforderung: „Sie sind eingeladen uns dabei zu helfen, den Eingang freizuräumen.“ Zwei Besucher aus Deutschland lassen sich nicht lange bitten, stemmen die Spaten ins Erdreich, nach einigen Minuten wird die Betonwand des deutschen Weltkriegsbunkers im Ortsteil Bangsbo wieder sichtbar.

Die vergessenen Kinder von Sokolniki

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Die Wehrmacht missbrauchte im Zweiten Weltkrieg Tausende Heimkinder aus der ehemaligen Sowjetunion als Blutspender für verwundete Soldaten. In einem Heim in Charkow (Ukraine) überlebten gerade einmal 56 von 2000 Kindern den Krieg. Nur noch wenige können heute das Verbrechen bezeugen, unter ihnen Nikolaj Kalaschnikow. Von Markus Harmann (Text) und Dirk Lässig (Fotos)

Nikolaj Kalaschnikow wirkt plötzlich unsicher. Mit skeptischen Blicken mustert er seine Zuhörer, macht eine kurze Gesprächspause, neigt den Kopf nach links, dann nach rechts und fragt: „Glauben Sie mir das etwa nicht?“

Flucht vor dem Verderben

Geschrieben von Goldeber am in Orte und Originale

Sie hausten in Gartenlauben, Kellerlöchern oder mischten sich unauffällig unter die Fahrgäste der S-Bahn. In Berlin tauchten in den letzten Jahren der Hitler-Diktatur zwischen 5000 und 7000 Juden unter, um so dem Abtransport in die Vernichtungslager zu entkommen. Ihnen, den so genannten U-Booten, ist eine kleine, äußerst sehenswerte Wanderausstellung gewidmet. „Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter“ kann kostenlos über das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (Berlin) ausgeliehen werden. Text: Markus Harmann, Fotos: Blindenwerkstatt

Endlich, der Morgen dämmerte. Der jüdische Rechtsanwalt Hans Münzer spürte, dass er für die nächsten gut 15 Stunden ein wenig sicherer sein würde. Er ging hinauf zum S-Bahnhof und mischte sich unter die Berliner auf dem Weg zur Arbeit. Die meisten schläfrig noch und desinteressiert an den Menschen um sie herum. Die Bahn fuhr vor, die Türen gingen auf, Menschen drängten hinein. Das Gewimmel in den Zügen war ein ideales Versteck – und Münzers Überlebenschance im Berlin des Jahres 1942. (…)

Abenteuer und Athleten

Wo Dracula Treppen stieg und Harry Potter mit der Bahn fuhr

Yorkshire ist rau, geschichtsträchtig, Kulisse für Literaturklassiker und längst nicht so beliebt wie Südengland. Doch…

Medien und Moral

Wenn Bücher sprechen

In der „Lebenden Bibliothek“ der Caritas erzählen Menschen ihre Geschichten – und die können so…

Orte und Originale

Ruanda: Viel mehr als nur Völkermord

Ruanda – noch immer wird dieses kleine afrikanische Land hauptsächlich mit dem Völkermord identifiziert. Jacques…

Visionen und Vergangenheit

Zum letzten Mal

Sarah ist 38 und hat Krebs im Endstadium. Christina ist 51 und Pflegerin auf der…